Vortrag in Hamburg
Samstag, 21. Februar 2026, 19:30 Uhr
GOTTESBERG UND TIEFENHÖHLE
Die Empfängnis des Logos
Gabriele Quinque
Mit der Erhebung im Osten des Tempels ritualisiert die initiatische Tradition das Näherkommen zur Gottheit. Ob es der Mensch mit erhobenen Armen sei, die Bäume oder Berge auf Erden, alles, was sich nach oben reckt, wird in den Religionen zum einprägsamen Sinnbild erfahrbarer Gottesnähe. Von der stufenförmig erbauten Zikkurat in Mesopotamien über die Pyramiden bis zum Ölberg reichen die kultischen Anhöhen, die von Heiligen oder Propheten stellvertretend für die Gläubigen erklommen werden, um dem Überirdischen zu begegnen. In den Upanischaden zieht es Indra auf der Suche nach dem Höheren Selbst hinauf zu Prajapati, dem höchsten Gott in den Veden. Der große indische Gott Mahadeva thront auf dem Berg Kailash in seiner Herrlichkeit, bevor er sich im Hinduismus als Dreieinigkeit in Gestalt von Brahma, Vishnu, Shiva offenbart. Der Prophet Mose nimmt die göttlichen Gesetze auf dem Sinai aus der Hand Gottes in Empfang. Und Mohammed wird von dem Erzengel Gabriel dazu gebracht, den Koran im Tal der Menschen zu verbreiten. Zu jedem Berg gehören die Grotten in der Tiefe, und dort werden die Gottessöhne empfangen. Denn die Höhle bildet den Ort der Einkehr und des Schutzes, und so wundert es wenig, dass die Höhlen eine Offenbarung der Geheimnisse hervorrufen, sobald das Licht dort Einwohnung nimmt.
Ort: Logenhaus, Moorweidenstraße 36, 20146 Hamburg
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!
Die Veranstaltung ist kostenlos.